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Wir trafen mit unserem LHF 01 zu einem alarmierten Baum in der Wasserwerkstraße ein. Der arbeitswütige A – Trupp wollte sich gerade daran machen, die von einem abgebrochenen Baum, ca. 30 cm auf den Gehweg ragenden Äste, vollständig auf die Wiese, auf der der Baum lag, zu drehen, als ein bekanntes Brummen durch unsere Mannschaftskabine ging. Der mühevoll unter der Nomex hervorgefingerte Pieper bat unser LHF 02 zum Feuer 2 – Staffeln in die Freudstraße 3.
Wir entschieden spontan die Prioritäten neu zu gewichten und meldeten der Leitstelle, dass wir das nur zwei Straßen entfernte Feuer übernehmen. Gefühlte 40 Sekunden später an der Einsatzadresse eingetroffen, war der A-Trupp bereits voll ausgerüstet. Der vorbildlich sich bemerkbar machende Meldende berichtete dem Fahrzeugführer, dass wohl ein Balkon im 3. OG brennen würde und die Mieter nicht im Hause sind. Die Erkundung auf der Rückseite des Hauses ergab tatsächlich einen lichterloh brennenden Balkon im 3. OG, vor dem großzügig verteilte Baumgruppen einen Einsatz mit tragbaren Leitern sehr schwierig erscheinen ließ.
Während des Rückwegs zur Straßenseite erfolgten die Einsatzbefehle, durch den Fahrzeugführer an das LHF, zum Löschangriff über das Treppenhaus vorzugehen. Der Fahrzeugführer schnappte sich den Meldenden und ließ sich von diesem die Wohnungstür der betreffenden Wohnung zeigen (unnötig geöffnete Wohnungstüren verzögern eine effektive Brandbekämpfung nur).
Während der A-Trupp die PA’s anschloss, konnte der Fahrzeugführer, aus dem vom Wassertrupp vor dem Haus bereitgelegten Tragekorb die C – Leitung auf den Balkon des Sicherheitstreppenhauses ziehen. Nachdem dann auch unverzüglich Wasser am Strahlrohr war, begann der Angriffstrupp die Wohnungstür aufzubrechen. Die nächste Aufgabe des A-Trupps bestand darin, sich mit dem in der Wohnung angeleinten mittelgroßen Hund anzufreunden. Dieser zeigte sich aber kooperationsbereit und ließ sich willig aus der Wohnung führen.
Das zwischenzeitlich eingetroffene LHF 3100 / 01 und DLK 3100 stellten einen Sicherheitstrupp und unterstützten unseren Wassertrupp beim Aufbau der Wasserversorgung.
Nun war bereits das Zerspringen der Scheibenfront vom Wohnzimmer zum Balkon zu hören. Auf dem Balkon wurde die in voller Ausdehnung brennende Couch abgelöscht und dann auf die Wiese vor dem Haus geworfen.
Eine Kontrolle der benachbarten und über der Wohnung liegenden Wohnungen ergab keine weiteren Geschädigten.
Die mit der DLK geplante Kontrolle der über dem Brandbalkon liegenden verschlossenen Wohnung war unmöglich. Die als Feuerwehrzufahrten deklarierten Auffahrten sind mit Betonpollern versperrt und es führt kein Weg für eine DL hinter den Wohnblock in der Freudstraße.
Der glückliche Umstand, dass wir bei Alarmierung zwei Straßen vom Brandort entfernt waren und das Team schnell und professionell vorgegangen ist, hat Schlimmeres verhindert.
Die Zweige, zu denen wir ursprünglich gerufen wurden, hat wahrscheinlich ein tatkräftiger Bürger selbst vom Gehweg gezupft; auf dem Weg zur Wache wollten wir den ersten Auftrag beenden, die Äste ragten aber nicht mehr auf den Bürgersteig.
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