| Der diesmal auch in Staaken sehr ausgiebige Starkregen mit Gewitter war ausreichend Hinweis auf den wiedereinmal bevorstehenden Ausnahmezustand. KLADOW Zum Auftakt ging es nach Kladow, von wo aus der Regen nach Staaken zog, so dass südlich von uns das Malheur natürlich früher einsetzte. In der Selbitzer Str. angekommen, mussten wir nur der Strömung folgen, um unsere Einsatzstelle zu finden. Von der über Grundstücksniveau liegenden Straße ergossen sich die Wassermassen in den 160 qm großen Keller eines Einfamilienhauses. Da der Keller bereits mind. 1,00 – 1,30 m unter Wasser stand, musste ein Weg gefunden werden die Vorbaupumpe unseres LF-Z zum Einsatz zu bringen, unsere kleine Tauchpumpe hätte nicht viel angerichtet. Aufgelöste Nachbarn, bei denen das Unglück natürlich ein viel viel größeres Ausmaß hatte, mussten auf später vertröstet werden und einfühlsam der Zivilgehorsam einigermaßen wieder hergestellt werden. Mit dem Trennschleifer war schnell der Weg für den A-Saugschlauch durch das vergitterte Kellerfenster geschnitten, das LF auf der Garageneinfahrt in Stellung gebracht und der Schlauch von der Vorbaupumpe in den vormals als Büro genutzten Kellerraum aufgebaut. Etwas aufwendiger war herauszufinden, wo denn das geförderte Wasser zu entsorgen wäre, ohne in Folge einen weiteren Pumpeinsatz in einem anderen Haus heraufzubeschwören. Es blieb nur der Kanalschacht auf der nächsten Kreuzung, der aber das Ausrollen von 2 x 6 B-Längen erforderte. Nach Beendigung der umfangreichen Aufbauarbeiten traf unser wacheigener Cateringservice ein, so dass die Mannschaft dann auch mit Getränken, Bifi und süßen Snacks versorgt werden konnte. Zum Glück hatte in der Zwischenzeit der Regen drei Gänge zurückgeschaltet, so dass wir uns keine Gedanken machen mussten, wie die Sturzfluten von dem Haus wegzuleiten wären. Als dann in der Morgendämmerung die Tauchpumpe die letzten Tropfen in die Kanalisation befördert hatte, konnten wir uns völlig durchnässt über Funk die „1“ geben. STAAKEN Nachdem in der Földerichstraße unser Einsatz nicht notwendig war, mehrere ca. 1,0cm hohe Pfützen in einer Tiefgarage sind kein wirkliches Schadensereignis oder eine Bedrohung, wartete unser nächster Einsatz in unserem Ausrückebereich, in der Schulstrasse, auf uns. Dort stand in einer Pension der ca. 200 qm große Keller, der u.a. auch als Frühstücksraum genutzt wird, bis zu 30 cm unter Wasser. Hier konnte durch Einsatz von Tauchpumpe und Besenkraft der Wasserstand relativ schnell verringert werden. Da uns im Frühstücksraum Kaffee und Kuchen gereicht wurden, ist die Arbeitsmoral und Leistungsfähigkeit der Mannschaft auf dem seit Beginn des Ausnahmezustand hohen Niveau geblieben. Die letzte Einsatzstelle hat sich für uns im Erbsenpfad ergeben; dort lösten wir die Berufskollegen der Wache Tiergarten aus. Mit ihrem City-LHF und dem von uns ausgeliehenen LF-16-TS waren sie mit ihrem Latein am Ende, so dass die Befreiung des ca. 100 qm großen Kellers von dem knapp 1,0 m hoch stehenden Wasser für sie in weite Ferne gerückt war. Nachdem zwei alte Schranktüren auf dem völlig durchweichten Rasen das LF-16-TS vor dem Einsinken bewahrten, konnte auch hier die dann eingesetzte Vorbaupumpe ganze Arbeit leisten. Das abgepumpte Wasser wurde mit zwei parallelen B-Leitungen, fast 200 m entfernt, in die Kanalisation befördert. Nicht nur die auf unserem Fahrzeug versammelte hohe Einsatzbereitschaft, sondern auch die spezielle Fachkompetenz aus dem Bereich Gas-Wasser-schöne Anlagen, trugen zu der hoch effizienten und schnellen Abarbeitung unserer Tätigkeiten bei. Sie sorgte dafür, dass wir nicht die gesamte Kanalisation der Siemenssiedlung leer pumpten, sondern verschlossen die geborstene Leitung in dem Schadenskeller, so dass kein Abwasser mehr in diesen nachfließen konnte. Nach der dann ca. 9. Einsatzstunde wurde uns von einer freundlichen Angehörigen (Frau Penger sei dank) das zweite Frühstück gebracht. Frischer Kaffee und eine ausreichende Anzahl belegter Brötchen trugen ihren Teil dazu bei, dass die durchnässte, aber phantastisch arbeitende Mannschaft, ausreichend gestärkt, in den restlichen zwei Stunden die nicht enden wollenden B-Leitungen und den restlichen Krempel aus dem Schlamm und Dreck auf die Fahrzeuge verfrachten konnte. Natürlich mussten die zwei Fahrzeuge und die Gerätschaften dann noch auf der Wache gereinigt und wieder einsatzbereit gemacht werden. Hiermit sei ein großes Lob und Dank an die Mannschaft ausgesprochen, die unter widrigsten Rahmenbedingungen, über die gesamte Zeit eine so hohe Einsatzbereitschaft und Tatkraft gezeigt hat. |