| Die zusätzliche Info auf dem Einsatzzettel versprach einen von der Routine abweichenden Einsatz: „Eventuell Fledermaus in Wohnung“ Nachdem niemand von der Fahrzeugbesatzung am Vorabend ausgiebig Knoblauch gegessen hatte, blieb es am Fahrzeugführer hängen, die Lage zu erkunden. Im vierten Obergeschoss öffnete eine aufgeregte Dame die Wohnungstür, um auch sofort die Lage aus ihrer Sicht zu schildern. - Nach Rückkehr aus einem vierzehntägigen Urlaub hatte sie am frühen Morgen in ihrem Schlafzimmer einen schwarzen Schatten über den Boden huschen und unter den Türen ihres Wandschranks im Flur verschwinden sehen. Von Form, Größe und Farbe meinte die Mieterin eine Fledermaus erkannt zu haben. Nun galt es die Türen zu öffnen und sich dem tieffliegenden Microchiroptera (lat. f. Fledermaus) zu stellen. Beim Ausräumen der wandschranküblichen Gerätschaften (Staubsauger, Besen, Taschen, usw.) wurde hinter jedem Teil der zähnefletschende Blutsauger erwartet Hinter dem letzten, einer Waschmittelpackung, saß sie dann; ... eine Hausmaus (Mus musculus), verängstigt in der Schrankecke. Eine schnell leergeräumte Tupperdose mit Deckel sollte als Fang- und Transportbehälter dienen. Die Kräfte und Durchsetzungsvermögen einer todesverachtenden Hausmaus unterschätzend, hatte sich der kleine Nager aus der noch nicht vollständig verschlossenen Dose wieder befreit und flüchtete ins Schlafzimmer, in dem der Inhalt der Koffer von zwei Wochen Urlaub verteilt waren. Nach einigem Durchstöbern möglicher Zufluchtsorte wurde der kleine Racker hinter dem Schlafzimmerschrank ausgemacht. Er nutzte den Abstand zwischen Wand und Schrank, der es ihm genau erlaubte, dort Zuflucht zu suchen. Die Tupperfalle auf der einen Seite (zur Erleichterung eines möglichen Eintritts, jetzt ergänzt um ein kleines Stück lecker Käse), und ein krachschlagender Besenstiel auf der anderen, sollten die Maus in die angedachte Richtung treiben. Weder der Besenstiel, noch der Einsatz eines Föns sorgten für Erfolg; erst eine lange, dünne Isomatte verängstigten den Nager so sehr, dass er sich in der Dose fangen ließ. Am Kiesteich ausgesetzt, wird sie hoffentlich einige Zeit vor Besenstiele, Föne und Tupperdosen verschont bleiben. |