| Die meisten von uns waren gerade mit dem Adventskaffee fertig oder packten ihre ersten Geschenke bereits aus, als wir mit unserem LHF / 01 zu Feuer 4 – Staffeln alarmiert wurden. Es brannte der Dachstuhl im Vorderhaus eines fünfgeschossigen Altbaus. Unser A-Trupp erhielt die Aufgabe über den Seitenflügel des Häuserblocks einen Teil der geplanten Riegelstellung sicherzustellen. Mit zwei C-Tragekörben, Berlin-Force, Bolzenschneider und Feuerwehrmannsaxt bewaffnet, legte sich der A-Trupp seine Schlauchleitung vom Verteiler im Hof, durch das Treppenhaus im Seitenflügel, in das Dachgeschoss. Der Zugang in den Dachstuhl wurde durch eine verschlossene Stahl-Feuerschutztür versperrt. Die durch den Türspalt entweichenden Brandgase und Hitze verrieten, dass wir auf dem richtigen Weg waren. Dank persönlicher Leatherman- und Baustellenschlüssel-Ausrüstung konnte innerhalb kürzester Zeit die Schlossblende abgeschraubt, der Schließzylinder rausgebrochen und nach Durchstoßen des Rest-Schließzylinders, die Tür mit dem Baustellenschlüssel geöffnet werden. In dem stark verqualmten Dachstuhl, musste sich der A-Trupp, bei Nullsicht über fehlende Bodendielen, den Weg zum Brandherd ertasten. Beim späteren Begehen des Dachstuhls bei normaler Sicht, sieht man dann, wie so oft, welche hochkomplizierten Wege man bei fehlender Sicht eingeschlagen hat (man beachte den Mauerdurchbruch ganz links im Bild; wir zwängten uns natürlich durch das enge Balkenfachwerk !!
das Bild zeigt den Weg zum Brandort während der Aufräumungsarbeiten) Am Brandherd angekommen, traf unser A-Trupp auf den Trupp von 3100, der die andere Seite des Riegels bildete, so dass wir dann gemeinsam das auf ca. 10qm ausgedehnte Feuer löschen konnten. Die anderen drei Trupps von uns (unser LF-Z ist dann auch noch eingetroffen) sind über DLK auf das Dach vorgegangen, bzw. hatten versucht auf anderen Wegen, in die für die Einsatzleitung unübersichtliche Lage etwas mehr Klarheit zu bekommen. Unser LHF / 01 speiste eine B-Leitung auf die DLK 3200. Nachdem VB und Kripo den Dachstuhl in Augenschein genommen hatten, konnten wir gemeinsam mit den noch von 3100 auf der Einsatzstelle verbliebenen Kräften den Brandschutt über eine Menschenkette in den Hof befördern sowie mit einer Multicut noch einige Löcher in das Dach und den Boden schneiden, wobei aber keine weiteren Brandnester entdeckt wurden. Sehr verwundert waren wir über die von uns auch hinterfragte Entscheidung des C-Dienstes, das LHF-B 3100 an einem Heiligenabend nach Hause zu schicken, wobei die freiwilligen Kräfte auch nach drei Stunden intensivster Einsatztätigkeit in dem Ausrückebereich von 3100, noch weiter vor Ort mit den abschließenden Aufräumarbeiten belassen wurden. |