Donnerstag, 29.Juli 2010
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Übung: Rettung einer eingeklemmten Person nach Verkehrsunfall
Geschrieben von Manuel Dix   

TU CrashAm 10.11.2006 führten wir mit der Unterstützung der Technischen Universität Berlin einen Crashtest durch, wo wir ein Auto der Marke „BMW 318i“ mit 72 km/h gegen einen im Durchmesser ca. 60cm dicken Stahlpfeiler fuhren ließen.

 

Der Hintergrundgedanke war der, dass wir Erstens einen Crashtest life miterleben konnten und Zweitens annähernd reelle Bedingungen gegeben waren, um eine eingeklemmte Person aus dem verunfallten Fahrzeug zu retten.

Das Fahrzeug wurde mit Hilfe einer hydraulischen Anlage, die ein Stahlseil antrieb, was in den BMW eingehakt war, beschleunigt. Somit erreichte das Fahrzeug in kurzer Distanz 72 km/h, um dann ungebremst gegen den Stahlpfeiler zu schlagen. Der Aufprall dauerte nur einen Wimpernschlag. Die Kollision wurde mit einer highspeed Kamera von der TU gefilmt, wo man das Ausmaß der Karambolage erst realisierte.
Zum Video der TU (linke Seite)
Zum Video der TU (rechte Seite)

Wir wollten dann den 75 Kilo Dummy, der in dem Kfz eingeklemmt war, rausschneiden. Unter dem Vorsatz, dass dies anders sein wird als die normalen Schulübungen. Bei der Übung war die Karosse durch den Aufprall stark verbogen, was bei einer Schulübung nicht ist.
Die Aufprallenergie wurde so kräftig zur Fahrgastzelle weitergeleitet, dass dem Dummy die Füße eingeklemmt wurden.

Die Übung wurde so gestaltet, dass es nicht darum ging die eingeklemmte Person so schnell wie möglich heraus zu bekommen, sondern zu schauen „was passiert wenn ich was mache“.

Zuerst wurde ein Kamerad ins Fahrzeug geschickt, um dem Dummy zu versorgen und sich einen Überblick von der Lage zu verschaffen.

RollgleiterAnschließend wurde das Kfz mittels umgedrehter Rollgleiter und Hartklotzhölzern fixiert und durch Ziehen der Reifenventile gegen Erschütterungen gesichert. Durch das Arbeiten mit schweren Gerät (Kombispreizer) ist diese Maßnahme zwingend erforderlich, um den Patienten nicht weiter durch unnötige Erschütterungen zu schädigen.

Es wurde sich dann um das Glasmanagement gekümmert, das heißt, die Glasscheiben des Fahrzeugs wurden so entfernt, dass  keine Gefährdung für den Patienten besteht.

TürAls nächstes wurde der Zugang zum Dummy durch Wegschneiden der Fahrertür ermöglicht.
Um diesen Vorgang zu üben, hatten wir alle Türen entfernt.
Es wurde entschieden, die eingeklemmte Person durch Benutzung einer Schaufeltrage nach hinten hinaus zu ziehen. Somit musste das Dach entfernt werden.



DachKurz hinter der A-Säule wurde ein Einschnitt ins Dach des Kfz gemacht um dieses später leichter nach vorn klappen zu können. Dann wurde die B- und C-Säule durchtrennt und das Dach konnte nach vorne weggeklappt werden. Somit war ein Zugang von allen Seiten zum Patienten gegeben und in kürzester Zeit ein Cabriolet aus dem BMW gemacht.

FußraumWie gesagt das schwerste war die Beine des Dummy zu befreien. Knifflig ist es bei solch einer Stelle mit einem Kombispreizer so zu arbeiten, dass der Patient nicht zu Schaden kommt. Durch viel probieren und Erfahrungsaustausch hatten wir es dann geschafft.

SchaufeltrageNur noch den Dummy durch Hilfe einer Schaufeltrage, die dem Patienten zwischen Sitz und Rücken geschoben wird, herausholen. Dazu wird dem Patienten unter die Arme gegriffen und so schonend wie möglich auf die Trage gezogen. Das war`s die Rettung war perfekt.

 


 

Alles in allem eine gelungene Übung, den Mitwirkenden der TU herzlichen Dank, dass wir so ein Crash mal miterleben durften, denn es war doch mal eine andere Erfahrung.

 
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